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Erst spüren, dann denken, dann handeln…

Die Gewaltpräventionsseminare des Instituts für Integrative Körperarbeit sind heuer besonders stark nachgefragt. Das freut mich sehr, erstens, weil das Thema ein allgegenwärtiges und wichtiges ist und zweitens, weil es mir die Gelegenheit bietet, den Leibzugang als Lösungsstrategie vorzustellen.

Wie kann uns der Leib bei diesem Thema helfen? In dem Moment, wo wir einem Menschen begegnen, stehen wir in einem leiblichen „Spürfeld“. Noch bevor das erste Wort gefallen ist, haben wir schon einen Eindruck, und was immer wir jetzt tun, ist dadurch eingefärbt (für unser Gegenüber gilt das Gleiche). Überspringen wir diese leibliche „Stimmung“ und setzen sofort eine Handlung, kann dies eine wechselseitige Reaktionsspirale in Gang setzen, die eine emotional aufgeladene Situation vollends eskalieren lässt.

Vor allem im Pflegekontext, wo MitarbeiterInnen, aber auch Angehörige mit den Ängsten, Bedürfnissen und Aggressionen der BewohnerInnen konfrontiert sind, hat sich ein Dreischritt bewährt, bevor ich eine Handlung setze: Begegnet mir mein Gegenüber in einer gereizten Gestimmtheit, ist das erste und wichtigste ein inneres „Stopp“. Das verschafft mir die Zeit, meine eigene Gefühlsreaktionen wahrzunehmen (aus der Empathieforschung wissen wir, dass sich die Gefühle des Anderen immer in uns selber abbilden), sie für mich zu benennen und mich von ihnen zu distanzieren (der innere Dialog könnte lauten: „Du bist zornig – ich nicht“). Erst dann setze ich eine Handlung, das heißt, ich frage zum Beispiel nach, was passiert ist oder was der Mensch braucht.

Der Leib ist also das erste und wichtigste Instrument unseres Empathie- und damit auch unseres Konfliktmanagments. Nicht zuletzt ist diese Form der Selbst-Achtsamkeit auch ein Akt der Selbstfürsorge, um den so anspruchsvollen Pflegeberuf lange und mit Freude ausüben zu können.

Wenn Sie unser Zugang interessiert, freuen wir uns über Ihren Anruf oder Ihre mail:

Anton Stejskal MSc, 0699 122 56 333, anton.stejskal@integrative-koerperarbeit.at